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Fahrerlose Transportsysteme
Fahrerlose Transportsysteme Fahrerlose Transportsysteme

Fahrerlose Transportsysteme (FTS).

Fahrerlose Transportsysteme (Flurförderzeuge) bringen Waren von einem Platz zu einem anderen Platz. Es handelt sich dabei um automatisch geführte Fahrzeuge, die sich ohne direktes menschliches Einwirken bewegen. Im Englischen tragen diese Systeme die Bezeichnung Automated Guided Vehicle (AGV). Ziel der Implementierung eines fahrerlosen Transportsystems ist die Schonung von Personalressourcen und ein beschleunigter, passiver Materialtransport. FTS gibt es in Form von Schleppern, Wagen oder Gabelhubwagen für Transportvorgänge und in Form von Staplern für Stapel- und Transportvorgänge. Die klassischen Systeme verfügen über eine Tragkraft von bis zu 50 Tonnen, können sich über eine Länge bis zu 10 Kilometern ziehen und bewegen sich im Schnitt mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde. Je nach Führungsprinzip folgen fahrerlose Transportsysteme einer realen oder virtuellen Leitlinie.

Bei der Führung mit realen Leitlinien bewegt sich das FTS anhand von auf dem Parcours angebrachten oder im Boden verlegten Leitlinien. Hierzu zählen die mechanische, die induktive, die optische sowie die magnetische Führung. Die Fahrzeuge orientieren sich an festen Linien oder Markierungen, die im Bereich der Fahrbahn installiert werden.

Bei der Führung über virtuelle Leitlinien bewegt sich das fahrerlose Transportsystem mit Hilfe von im Fahrzeugrechner softwaremäßig abgelegten Umweltmodellen entlang programmierter Fahrwege. Es werden Referenzpunkte unter Nutzung von Entfernungstabellen und Zielortinformationen (im Bordcomputer) genutzt. Die Positionsbestimmung (Orientierung) der FTS erfolgt bei diesem System u.a. mit Hilfe von Koppelnavigation, Trägheitsnavigation, scannenden Lasern, Positionsbaken, Ultraschall oder Bildverarbeitungssystemen.

Folgt ein Flurförderzeug keinem dieser Leitlinien-Prinzipien, so handelt es sich um ein autonomes Fahrzeug. Es entscheidet sich selbst für einen Weg, um von A nach B zu gelangen und wählt dabei die vorteilhafteste Route. Diese Art von FTS befindet sich allerdings noch in der Frühphase und nur wenige dieser Modelle lassen sich bereits als betriebsfähig bezeichnen. Mit Blick auf die Zukunft stellen sie trotzdem eine vielversprechende Weiterentwicklung dar.

Voraussetzungen der FTS

Zu den Voraussetzungen eines klassischen fahrerlosen Transportsystems gehört neben den eigentlichen Fahrzeugen auch eine Leitsteuerung, welche für die Koordination der Transportaufträge zuständig ist. Darüber hinaus muss die Infrastruktur des Lagers die notwendigen Anforderungen erfüllen. Dazu zählt ebenso, alle Peripheriegeräte aufeinander abzustimmen, damit einem reibungslosen Ablauf nichts entgegensteht. Letztlich bedarf es zudem einer Einrichtung, mit deren Hilfe man jederzeit den Standort der Fahrzeuge erfassen und deren Daten einsehen kann. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, lassen sich die Transportsysteme in ihrem vollen Umfang nutzen.

Vorteile eines fahrerlosen Transportsystems

Die Nutzung eines FTS ist zu Beginn mit höheren Anschaffungskosten verbunden. Dennoch lohnt sich die Einbindung dieser Art von System. Gerade für Unternehmen mit weitenläufigen Lagerflächen und einem hohen Produktsortiment rentiert sich die Lösung. Häufig führt gar kein Weg daran vorbei. Schließlich steigen die Erwartungen der Kunden in Zeiten von Logistik 4.0 fortlaufend und der Wettbewerbsdruck von Seiten der Konkurrenz erhöht die Anforderungen nur noch mehr. Es geht dabei um immer schnellere Lieferzeiten, immer kürzere Durchlaufzeiten und eine immer höhere Lagerumschlagshäufigkeit. Kein Wunder also, dass man an immer mehr Ecken – und damit auch dem Materialfluss – nach Optimierungspotenzialen Ausschau hält. Vergleicht man fahrerlose Transportsysteme mit den herkömmlichen Mitteln des Materialtransportes, so sollten einem gleich mehrere Vorzüge ins Auge fallen. Einerseits bietet die Nutzung eines FTS, gerade in Verbindung mit einem geeigneten Materialflussrechner, den Vorteil, dass alle intralogistischen Materialprozesse im Lager digitalisiert und zu Teilen selbstständig sind. Ein übergeordnetes System, welches sich um die Planung und Auswertung aller Materialflüsse kümmert und diese automatisiert mit Hilfe von Förderanlagen steuert, spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch die Fehlerquote von Kommissionierungsprozessen. Transportabläufe als wirtschaftlicher Faktor werden auf diese Weise kalkulierbarer und zuverlässiger. Gleichzeitig sinken die Personalkosten, weil die Mitarbeiter an anderen Stellen im Lager eingesetzt werden können. Damit sinkt ebenso das Unfallrisiko und damit auch die Gefahr, dass Güter beim Warentransport kaputt gehen oder sich Mitarbeiter verletzen. Ein weiterer großer Vorteil eines fahrerlosen Transportsystems ist die hohe Flexibilität. So lassen sich die meisten Lösungen für alle Arten von Gütern nutzen und darüber hinaus sind Anpassungen im Grunde genommen jederzeit möglich: Ob es darum geht, neue Transportrouten anzulegen, Zweigpunkte hinzuzufügen oder Außenbereiche einzubinden – die Automatisierungssysteme sind flexibel anpassbar.

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